90 % der Betrachter entscheiden innerhalb von fünf Minuten, ob eine Forschungsaussage wirkt. Dieses schnelle Urteil macht ein wissenschaftliches poster zu einem Format, das radikale Reduktion verlangt.
Ein gutes Poster ist kein verkleinertes Paper. Die Menge an informationen wird streng begrenzt, damit die Kernbotschaft in fünf Minuten erfasst wird.
Der Aufbau folgt der Paper-Logik: Einführung, Methoden, Ergebnisse, Diskussion und Schluss. Leserführung läuft von oben nach unten und von links nach rechts.
Design-Grundsätze wie ruhiger Hintergrund, viel Weißraum und gezielte Farbeinsätze sichern Lesbarkeit. Praktische Schritte zur Erstellung erklären, welche Schriftgrößen, Grafiken und Druck-Checks nötig sind.
Dieser artikel zeigt, wie die Erarbeitung, Gestaltung und Produktion gelingt. Konkrete Maßangaben und einfache Regeln helfen, übliche Fehler wie Überladung oder schlechte Lesbarkeit zu vermeiden.
Mehr Hinweise und Services finden Interessierte auf der Seite Über uns.
Wesentliche Erkenntnisse
- Klare Struktur nach Paper-Logik sorgt für schnelle Orientierung.
- Reduktion auf 1–2 Kernbotschaften erhöht die Wirkung.
- Design: ruhiger Hintergrund, Weißraum und wenige Farben.
- Praktische Vorgaben zu Schriftgrößen und Grafikmaßen beachten.
- Vor dem Druck A4-Probedruck und „an Seitengröße anpassen“ prüfen.
Was ist ein wissenschaftliches Poster und wann überzeugt es?
Ein gelungener Entwurf bringt Forschung präzise auf den Punkt. Er reduziert Inhalte so, dass die Zielgruppe ohne Vorwissen die Kernbotschaft schnell erkennt.
Ziel und Leserführung: Inhalte werden von oben nach unten und links nach rechts angeordnet. Überschriften geben Orientierung. Visuelle Anker lenken den Blick.

Ziel und Leserführung: Von oben nach unten, links nach rechts
Der Aufbau folgt der natürlichen Blickbewegung. Wichtiges steht oben; Details weiter unten. So finden Betrachter schnell Relevantes.
Kernbotschaft in fünf Minuten erfassbar
Das Format beschränkt die Informationsmenge auf ein bis zwei Aspekte. In maximal fünf minuten sollten Titel, Aussage und zentrale Grafik verstanden sein.
- Mindestens die Hälfte der Fläche für Grafiken nutzen.
- Text knapp halten; Bullet Points und Piktogramme einsetzen.
- Weißraum und sparsame Farben erhöhen die Lesbarkeit.
| Merkmal | Empfehlung | Nutzen |
|---|---|---|
| Leserführung | Oben→Unten, Links→Rechts | Schnelle Orientierung |
| Informationsmenge | 1–2 Kernaussagen | Schnelle Erfassbarkeit (≤5 Minuten) |
| Grafiken | 50% Fläche, selbsterklärend | Visuelle Erklärung statt Text |
| Design | Weißraum, ≤3 Farben | Verbesserte Lesbarkeit |
Bei Veröffentlichung auf Tagungen empfiehlt sich ein kurzer Datenschutzhinweis zur Verwendung von Abbildungen und Daten.
wissenschaftliches poster: Schritt-für-Schritt-Aufbau und Gestaltung
Dieser Abschnitt erklärt Schritt für Schritt, wie Aufbau und Gestaltung eines effektiven Forschungsexponats gelingen.
Struktur: Die Gliederung folgt IMRaD: Einführung, Methoden, Ergebnisse, Diskussion und Schlussfolgerung. Jede Rubrik enthält nur wenige Bullet-ähnliche Punkte. So bleibt die Kernbotschaft jederzeit sichtbar.
Titel setzen: Kurz und prägnant, maximal zehn Wörter. Größe: ~96 pt fett; Autoren und Institutionen in ~60 pt. Der Titel muss aus fünf Metern klar lesbar sein.

Text zuspitzen: Fließtext minimieren. Linksbündig, ~44 pt mit ~52 pt Zeilenabstand. Zwischenüberschriften ~56 pt fett. Bullet-Elemente transportieren je nur einen Punkt.
Grafiken und Diagramme: Mindestens 13 × 18 cm, aus zwei Metern lesbar. Maximal vier aussagekräftige Grafiken pro Stück. Jede Grafik bekommt eine kursiv geschriebene Bildunterschrift (~40 pt) und eine Nummer für Textverweise.
Design-Grundregeln: Ruhiger Weißton als Hintergrund, viel Weißraum, symmetrische Spalten. Farben gezielt zur Akzentuierung einsetzen; ein schmaler farbiger Rahmen schafft Einheit.
Druck-Check: Immer ein A4-Probedruck vorab erstellen und beim Export “an Seitengröße anpassen” wählen. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine professionelle Druckerei oder die Kontaktaufnahme über Kontakt.
Beispiele, Poster-Typen und Qualitätskriterien aus der Forschungspraxis
Konkrete Beispiele aus der Forschung verdeutlichen, welche Formate am besten wirken.
Typen klar unterscheiden:
Poster‑Typen
- Forschungsposter: Hypothese, Methodik, zentrale Ergebnisse und Schluss.
- Fallstudien: Einzelfall, Besonderheiten und Übertragbarkeit auf andere Fälle.
- Review/Überblick: Literatur, Trends und offene Fragen.
- Methoden: Ablauf, Vor‑ und Nachteile, Einsatzbereiche.
- Lehre: Didaktisch reduzierte Konzepte für Veranstaltungen.
Wichtige Inhalte
Pflichtangaben sind Forschungsfrage, Kernergebnisse, Autor:innen und Institution.
Kurze Referenzen und Kontaktangaben runden das Informationsangebot ab.
Bewertung im Studium
In Prüfungen zählen Inhalt, Gestaltung und Vortrag. Inhalt hat das höchste Gewicht.
| Kriterium | Gewichtung | Wichtigste Aspekte |
|---|---|---|
| Inhalt | 50% | Fachliche Korrektheit, klare Forschungsfrage, vollständige Ergebnisse |
| Design | 20% | Lesbare Schriften, klare Struktur, passende Grafiken |
| Vortrag | 30% | Prägnanz, Zeitmanagement, souveräne Antworten |
Praxis‑Punkt: Ein kurzer Check prüft, ob jede Sektion einen Zweck erfüllt und ob Grafiken die Aussage sofort stützen.
Für Vorlagen und Beispiele bietet die Seite Vorlagen hilfreiche Muster und Anregungen.
Fazit
Am Ende zählt, ob die Botschaft in wenigen Blicken ankommt. Wer ein wissenschaftliches poster erstellt, reduziert Informationen auf eine klare Kernbotschaft und nutzt Weißraum gezielt.
Der Weg zum überzeugenden Ergebnis kombiniert die IMRaD-Struktur, prägnante Titel, kurze Bullet-ähnliche Texte und wenige starke Visualisierungen. Ein ruhiger hintergrund und sparsam gesetzte farben lenken die Aufmerksamkeit auf Inhalte statt Dekor.
Praktische Schritte wie A4-Probedruck und der finale “an Seitengröße anpassen”-Check verhindern Überraschungen beim Großdruck. Für konkrete Vorgaben und Beispiele siehe Praktische Vorgaben und den Druck-Check.
Kurzreview: Ist das Ziel klar, ist die Kernidee in fünf Minuten verständlich und stützt jedes Element die Aussage? Dann ist das poster bereit. Weitere Hinweise gibt dieser Artikel.

